Auch Hunde und Katzen haben Zähne

Zahnerkrankungen gehören bei Hund und Katze zu den häufigsten Problemen. Das ist leicht verständlich, denn Hunde und Katzen können sich ja nicht die Zähne putzen. Wie würden unsere Zähne aussehen, wenn wir sie nicht putzen würden?

Bei Hund und Katze sollten die Zähne genauso aussehen wie bei uns – blank mit rosa Zahnfleisch.

Meist sieht aber gerade bei mittelalten bis alten Tieren das Bild anders aus – Zahnstein und hochrotes, entzündetes Zahnfleisch.

Zahnstein ist kein Schönheitsfehler!

Was ist eigentlich Zahnstein? Zahnstein ist nichts anderes als ein ausgehärtetes Gemisch aus Futterresten und Bakterien. Es ist eine ständige Infektionsquelle im Körper – das Zahnfleisch ist sehr gut durchblutet, so dass diese Bakterien auf dem Blutweg insbesondere an Herzklappen und Nieren gelangen und dort Herzklappenentzündungen und Nierenschäden hervorrufen können.

Unsere Haustiere haben nicht mehr die gleiche genetische Veranlagung und auch nicht die gleiche Ernährung wie Wildtiere. Deshalb treten Zahnprobleme wesentlich häufiger auf als bei Wölfen oder Wildkatzen.

Schauen Sie doch einmal Ihren Hund oder Ihrer Katze ins Maul. Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich schon Zahnstein gebildet hat, lassen Sie am besten einen Tierarzt nachsehen.

Zahnstein, der sich einmal angesetzt hat, lässt sich nur in Narkose mit Hilfe eines Ultraschall-Zahnsteinentfernungsgerätes (Scaler) entfernen. Hierzu später mehr.

Was kann man tun, um die Zähne beim HUND gesund zu erhalten?

Die Antwort ist ganz einfach: Putzen.

Es ist keineswegs albern, seinem Hund die Zähne zu putzen. Er kann es nicht selbst tun.

Zähneputzen ist genau wie beim Menschen die effektivste und gleichzeitig die preigünstigste Massnahme, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten.

Kauknochen aus dem Zoohandel helfen wenig. Die mechanische Reinigung mit Bürste und Zahnpasta für Hunde ist wesentlich effektiver. Hierfür gibt es speziell entwickelte Zahnbürsten, die der Anatomie der Hundezähne Rechnung tragen, sowie Hundezahnpasta, die nach Hähnchen schmeckt, abgeschluckt werden darf und die vor allem ein spezielles Enzymsystem enthält, das die Bildung von Zahnbelägen reduziert.

Falls Ihr Hund sich die Zähne nicht putzen lässt, gibt es Alternativen, die aber weniger effektiv sind. Dazu zählen:

  • Kaustreifen mit Enzymsystem
  • Zahnpflegegel mit Enzymsystem; dieses wird über das Futter oder als Leckerchen direkt ins Maul gegeben und reduziert die Neubildung von Zahnbelägen
  • spezielles Futter (t/d von der Fa. Hill’s oder Dental von der Fa. Royal Canin)

Es gibt ausführliche klinische Studien über dieses Futter, laut denen es die Zahnsteinbildung um durchschnittlich 33% reduziert. Das bedeutet, dass sich die Zeit bis zur nächsten Zahnsteinentfernung in Narkose um durchschnittlich ein Drittel verlängert.

Diese Produkte erhalten Sie beim Tierarzt. Insbesondere Kaustreifen und Zahnpflegegel werden von Pharmafirmen vertrieben und sind in dieser Qualität (Enzymsystem) nicht im Zoohandel erhältlich.

Was kann man tun, um die Zähne bei der KATZE gesund zu erhalten?

Katzen lassen sich im Normalfall nicht die Zähne putzen.

Es gibt aber auch bei Katzen Möglichkeiten, die Zahnsteinbildung herauszuzögern:

  • Kauröllchen mit Enzymsystem
  • Zahnpflegegel mit Enzymsystem; dieses wird über das Futter oder als Leckerchen direkt ins Maul gegeben (oder einfach ein Klecks zum Abschlecken auf die Pfote) und reduziert die Neubildung von Zahnbelägen
  • spezielles Futter (t/d von der Fa. Hill’s oder Dental von der Fa. Royal Canin).

Es gibt ausführliche klinische Studien über dieses Futter, laut denen es die Zahnsteinbildung um durchschnittlich 33% reduziert. Das bedeutet, dass sich die Zeit bis zur nächsten Zahnsteinentfernung in Narkose um durchschnittlich ein Drittel verlängert.

Alle diese Maßnahmen können die Zahnsteinbildung nicht ganz verhindern, wohl aber deutlich verzögern, so dass die nächste Zahnsteinentfernung in Narkose nicht so schnell nötig wird.

Zahnsteinentfernung beim Tierarzt

Eine gründliche Zahnsteinenfernung ist beim Tier leider nur in Narkose möglich. Dabei wird mit einem Ultraschall-Zahnsteinentfernungsgerät (Scaler) der Zahnstein schonend entfernt und auch der Bereich unter dem Zahnfleischsaum gereinigt.

Der Unterschied zwischen der Reinigung mittels Scaler und mittels eines Hand-Zahnsteinkratzers ist der, dass das Handinstrument die empfindliche Zahnoberfläche verkratzt. Es kann sich dann umso schneller neuer Zahnstein anlagern.

Dies ist auch der Grund, warum auch nach der Reinigung mit dem Scaler die aufgerauhte Zahnoberfläche poliert werden muss. Dies geschieht mit einem langsam drehenden Polierkelch und Polierpaste.

Versuchen Sie daher bitte nicht, zu Hause mit welchen Instrumenten auch immer Zahnstein abzukratzen. Sie schaden dem Zahn mehr, als Sie ihm nützen.

Zudem können bei einer unsachgemäßen Zahnsteinentfernung Bakterien, die unter dem Zahnstein sitzen, in die Blutbahn gelangen.

Oft leiden unsere kleinen Patienten aufgrund der Angst ihres Besitzers vor der Narkose leider viel zu lange oder werden gar nicht an den Zähnen behandelt. Sie sollten schon bei den kleinsten Symptomen Ihr Tier kontrollieren lassen. Sind die Schäden nicht so groß, so ist der Eingriff auch viel kürzer und die Narkose ist schnell vorbei.

Wie oft eine solche Zahnreiniung nötig ist, lässt sich nicht pauschal sagen, da die Zahnsteinbildung bei jedem Tier individuell unterschiedlich schnell vonstatten geht.

Regelmäßige Kontrollen des Gebisses beim Tierarzt sind daher wichtig.

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